Bidirektionales Laden: Wenn Ihr Elektroauto mehr kann als fahren

Wenn das Auto Geld verdient

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Aktualisiert am: 05.05.26

Elektromobilität entwickelt sich weiter – und mit ihr die Rolle des Autos. Künftig kann ein Elektrofahrzeug nicht nur Strom aufnehmen, sondern Energie bei Bedarf auch wieder abgeben. Genau hier setzt das bidirektionale Laden an. Volkswagen bringt mit dem ersten kommerziellen Vehicle-to-Grid-Angebot, kurz V2G, eine neue Möglichkeit auf den Weg, das eigene Elektroauto noch intelligenter zu nutzen.

Was bedeutet bidirektionales Laden?

Beim klassischen Laden fließt Strom nur in eine Richtung: aus dem Stromnetz in die Fahrzeugbatterie. Bidirektionales Laden funktioniert in beide Richtungen. Das Elektroauto kann also Energie speichern und diese später wieder abgeben.

Je nach Anwendung unterscheidet man verschiedene Einsatzbereiche:

Vehicle-to-Home: Das Fahrzeug versorgt das eigene Zuhause mit Strom.
Vehicle-to-Load: Externe Geräte können mit Energie aus dem Fahrzeug betrieben werden.
Vehicle-to-Grid: Das Fahrzeug gibt Strom oder verfügbare Speicherkapazität an das öffentliche Stromnetz zurück.

Besonders spannend ist Vehicle-to-Grid, weil das Auto dadurch Teil des Energiesystems wird. Wenn es an der Wallbox angeschlossen ist und gerade nicht benötigt wird, kann seine Batterie flexibel genutzt werden.

Volkswagen und Elli starten integriertes V2G-Angebot

Volkswagen plant gemeinsam mit der Stromtochter Elli ein komplettes Angebot für bidirektionales Laden. Statt einzelner Komponenten soll Kundinnen und Kunden ein abgestimmtes Gesamtpaket zur Verfügung stehen. Dazu gehören ein geeignetes Elektrofahrzeug, eine passende bidirektionale DC-Wallbox, ein Smart Meter, ein spezieller Stromtarif sowie eine App zur Steuerung.

Der große Vorteil: Die technische Steuerung, die Abrechnung, das Rückspeisen ins Netz und die Vergütung laufen im Hintergrund automatisch. Für Sie bedeutet das weniger Komplexität und ein System, das einfach nutzbar sein soll.

So können Sie mit Ihrem Elektroauto Geld verdienen

Wenn Ihr Fahrzeug an die Wallbox angeschlossen ist, kann seine Flexibilität am Strommarkt genutzt werden. Dafür erhalten Sie eine Vergütung. Laut den vorliegenden Informationen sind je nach Nutzung jährliche Erlöse von rund 700 bis 900 Euro möglich. Entscheidend ist dabei, wie lange und zu welchen Zeiten das Fahrzeug angeschlossen ist.

Zusätzlich kann eine Vergütung entstehen, wenn tatsächlich Strom aus der Fahrzeugbatterie ins öffentliche Netz eingespeist wird. Das macht Ihr Elektroauto nicht nur zum Fortbewegungsmittel, sondern auch zu einem aktiven Bestandteil der Energiewende.

Volle Kontrolle per App

Auch wenn das System automatisch arbeitet, behalten Sie jederzeit die Kontrolle. Über die App legen Sie fest, wann Ihr Fahrzeug wieder einsatzbereit sein muss. Sie können beispielsweise eine gewünschte Abfahrtszeit oder einen Mindestladestand definieren.

Das System berücksichtigt diese Vorgaben. Ihr Auto wird also nur so eingesetzt, dass Ihre Mobilität nicht eingeschränkt wird. Wenn Sie das Fahrzeug benötigen, steht es mit der gewünschten Reichweite bereit.

Welche Technik wird benötigt?

Für Vehicle-to-Grid ist eine passende technische Ausstattung erforderlich. Dazu gehören insbesondere:

  • ein V2G-fähiges Elektrofahrzeug

  • eine bidirektionale DC-Wallbox

  • ein Smart Meter

  • ein geeigneter Stromtarif

  • eine App zur Steuerung

Ein Smart Meter ist notwendig, damit genau gemessen werden kann, wann Strom geladen und wann Strom zurückgespeist wird. Diese Messung ist die Grundlage für Abrechnung und Vergütung.

Die Installation der Wallbox soll über Elli und zertifizierte Partner erfolgen. Wer noch keinen Smart Meter besitzt, soll diesen ebenfalls über Elli beziehungsweise entsprechende Partner organisieren können.

Ab wann ist das Angebot verfügbar?

Der Start des Angebots ist ab Oktober 2026 vorgesehen – zunächst für Privatkundinnen und Privatkunden in Deutschland. Ein schrittweiser Roll-out in weitere europäische Märkte ist geplant.

Welche Fahrzeuge unterstützen bidirektionales Laden?

Volkswagen unterstützt bidirektionales Laden bereits bei Fahrzeugen der ID. Familie mit ID. Software 3.5 und einer Batteriekapazität ab 77 kWh netto – zunächst für Vehicle-to-Home-Anwendungen mit freigegebenen DC-Wallboxen.

Mit Einführung des Modelljahres 2027 und der ID. Software 6 sollen künftig alle Fahrzeuge der ID. Familie bidirektionales Laden unterstützen – unabhängig von der Batteriegröße.

Muss ich mir Sorgen um die Batterie machen?

Volkswagen berücksichtigt die zusätzliche Batterienutzung durch bidirektionales Laden. Robuste Hochvoltbatterien und Schutzsysteme im Fahrzeug sollen sicherstellen, dass die Batterielebensdauer nicht nennenswert beeinflusst wird.

Zudem bleibt die bekannte Batteriegarantie bestehen: Volkswagen gibt weiterhin eine Garantie von bis zu 8 Jahren oder 160.000 Kilometern auf einen Netto-Energiegehalt von mindestens 70 Prozent. Ab ID. Software 6 wird zusätzlich eine sogenannte virtuelle Batterielaufleistung eingeführt. Sie macht transparent, wie die Batterie insgesamt genutzt wurde – also sowohl beim Fahren als auch bei bidirektionalen Anwendungen.

Unser Fazit

Bidirektionales Laden macht das Elektroauto noch vielseitiger. Es kann künftig nicht nur emissionsarm unterwegs sein, sondern auch Energie speichern, flexibel bereitstellen und damit finanzielle Vorteile ermöglichen.

Für Sie bedeutet Vehicle-to-Grid: mehr Nutzen aus dem eigenen Elektrofahrzeug, volle Kontrolle per App und die Chance, aktiv zur Stabilisierung des Stromnetzes beizutragen.

Die WIEST GROUP begleitet Sie gerne auf dem Weg in die nächste Stufe der Elektromobilität – von der Fahrzeugauswahl über die Ladeinfrastruktur bis zur passenden Beratung rund um Volkswagen ID. Modelle und bidirektionales Laden.

Sprechen Sie uns gerne an: